Der finale Guide zur SUVdiotie oder: The Walking Dead in Their Self-Driving Cars – #greatdrive

930 Worte|
SUVdiotenistnichtsverbotenIn Anlehnung an Hans Albers entstand vor kurzem mein flapsiger Spruch “SUVdioten ist nichts verboten!”, um kurz darauf den SUV-Fahrer als solchen (teilweise) zu exkulpieren: “SUVdiotie: Eine Religion voller Missverständnisse”.
Dieser Tage kann ich nun ‘Autovorstände und -Manager’ unter SUVdiotie subsumieren.

Die Zeit ist daher reif, die SUVdiotie und ihre wichtigsten Subkulturen umfassend zu beschreiben:

SUVdiotie. Das sind nicht einfach die SUVs oder bestimmte Automodelle und -marken. Ich verdamme nicht die Waffe, die tötet, sondern den Menschen am Abzug.

SUVdiotie. Religion. Der unerschütterliche Glaube des autofahrenden Menschen an die eigene Überlegenheit. Dunning-Kruger ist nichts dagegen. SUVdioten … fahren und führen gottgleich – also schneller und besser natürlich. Sie fürchten weder Diesel, Tod, noch Teufel.
SUVdiotie. Eine der großen Instant Gratification Religionen.

SUVdiotie. Exkulpation. Der SUV ist nur die schlecht designte, stromlinienunförmigste Spitze des SUVdiotie-Eisberges. Opfer. Namensgeber. “Sündenbock einer Neidgesellschaft, die uns Maßlosigkeit gerade in einer Zeit vorwirft, in der wir uns doch nun wirklich alles leisten können. Mental und materiell”. Oder? Kopf hoch, liebe SUV-Fahrer. Die Letzten werden die Ersten sein.

SUVdiotie. Malaise. Menschen und Manager, Männer und Frauen in der Nähe des Autos. Im Verkehr. Wirr. Wir alle.
Oder eben nicht! Denn “wir sind zwar alle Fahrer, Drivers of our own Fate … aber uns steht frei, zu wählen, Teil der Lösung, Teil der Kulisse oder Teil des Problems sein zu wollen”.

Hier die sieben Subroutinen der SUVdiotie. Was wir daraus machen, bleibt uns überlassen:
1. Autofahrer.
2. SUVs.
3. Marken/Modelle.
4. Automobil-Vorstände und -Manager.
(Vorstände/Manager Alkoholische Getränke.)
5. Agentur-CEOs und -Manager.
6. Auto-Journalisten/-Blogger/-Influencer.
7. Politiker.

Niemand MUSS sich übrigens angesprochen fühlen. Jeder aber darf sich an die eigene Nase fassen, sich selbst und sein Tun infragestellen. Immer öfter gilt dies als Zeichen besonderer Intelligenz, Souveränität, Fähigkeit, über sich hinauszuwachsen.

1. Autofahrer. – “Multitaskende menschliche Intelligenz lenkt unsere Autos. Mit dem Knie. Kämmt und schminkt und rasiert sich. Handyjongliert gesten- und mimikreich. Popelt. Schießt Selfies, shared und liked. Über Leichen. Raucht. Schmiert und isst Brötchen. Trinkt gleichzeitig Kaffee. Wahre Self-Driving Cars. Und verlässlich die ersten im Stau!”“Jeden Morgen, halb Acht in Deutschland. Koste es, was es wolle”.

“Da stört … kein Frosch, kein Igel, kein Naturschutzgebiet. Keine Spielstrasse vor der Grundschule, keine Fahrradstrasse. … Da wird geflucht, geschimpft, der frühe Vogel … gezeigt. Da zählt jede Sekunde, …”.

“Selbst bei 70 in der 30er-Zone schaffen SUVdioten es mit links, ihr Handy mit der Rechten übercool an den Mund statt ans Ohr zu halten. SmartPhone am DummKopf sozusagen. Verboten und verboten? Pah, SUVdioten ist nichts verboten.”.

Ihr erkennt sie in freier Wildbahn. In jeder 30er-Zone, auf jeder linken oder mittleren Spur, in jedem Baustellen-Reissverschluss-Versuch.

Ihr erkennt sie in Ruhe. Parkend auf 2 Parkplätzen, im Freien oder im Parkhaus. In zweiter Reihe. Bin nur mal kurz Brötchen holen. Wird ja noch erlaubt sein. Auf Bürgersteigen, Straßenbahnschienen (die Rheinbahn schreibt verzweifelt Knöllchen). Auf Frauen- und Behindertenparkplätzen.

Ihr erkennt sie an ihrer alpha-numerischen Dislexie, die sie Schilder gar nicht oder nicht zu Ende lesen lässt. Brücken- und Tunnelschäden sind für sie keine Argumente, sondern Ansporn.

Ihr erkennt sie an ihren Leihwagen. An ihren Aufklebern. Ihren Nummernschildern. Von Ortschaften und Landkreisen. Ihr wisst schon. Ebenso von bestimmten Unternehmen. Auch wenn die Firmenwagenfahrer selbst (und ihre Unternehmen) noch nicht realisierten, welchen Imageschaden sie damit anrichten, und weiter fahren wie sie eben fahren.

Erkennt sie an jedem Mittelfinger, der Euch fluchend entgegengestreckt wird. – “Diese Walking Dead entschuldigen sich nicht mehr fürs Falschparken, Vorfahrtnehmen, Drängeln, Linksfahren, Aschenbecher an der Ampel auskippen, Coladosen in der Autobahnausfahrt entsorgen.”.

2. SUVs. Eindrucksvollste Inkarnation und Namensgeber der SUVdiotie – im Allgemeinen und Speziellen. Je SUV, desto abdrucksvoller.

3. Marken/Modelle. Images fehlgeprägt durch das Verhalten der Fahrer. Ihr kennt sie alle: damals ua die S-Klasse der Handwerksmeister, Neureichen, Diplomaten, Politiker und Metzger. Heute ua – je größer, desto imagefördernder – BMW, Mercedes, VW/AUDI, KIA, Skoda, Volvo. Sprinter, Caddy. Nicht Berlingo. Firmenkombis. Nicht dagegen der alte Volvo oder Saab – NEUE Volvos und Range Rover jedoch sind schlimmer als die deutschen Marken. Schade ums Image.

4. Automobil-Vorstände und -Manager, die auf Kosten unseres Lebens, unserer Gesundheit, Gesellschaft und Zukunft …:
> extrovertiertes Fahren und Parken auf Deutschlands Straßen glorifizieren, und damit erst zur SUVdiotie aufrufen.
> unsere Kinder, Senioren, Fußgänger, Radfahrer gefährden.
> immer größere, stärkere, ressourcen-fressendere Autos auf den Markt werfen, statt innovativ, intelligent, integer, ökologisch, nachhaltig, beispielhaft voranzugehen.
> alles auf kurzfristigen Profite und Dividenden setzen, statt das Greater Good der Mobilität und menschlichen Begegnung anzustreben.

(Vorstände/Manager Alkoholische Getränke. Denen Profite und Boni wichtiger sind als “Don’t Drink and Drive!”.)

5. Agentur-CEOs und -Manager mit Autokunden. Die ‘nur ihren Job’ machen, aus Angst die Industrie als Kunden zu verlieren. Statt einfach Mut, Zivilcourage, und Rückgrat zu beweisen, indem sie die Industrie challengen, einen effektiveren Job im Sinne unserer Gesundheit, Gesellschaft, Zukunft zu machen.

6. Auto-Journalisten/-Blogger/-Influencer. Siehe 5. Agenturen.

7. Politiker, die unreflektiert “Arbeitsplätze” als Argument akzeptieren und nichts aus dem Schicksal von Kohle, Verlag, Energie, Bank lernen. Siehe 5. Agenturen.

Allen ginge es besser, nähmen Agenturen, Meinungsführer, und Politik ihre individuell ureigensten Aufgaben ernst, ihre Gegenüber konstruktiv zu challengen, statt sie geradezu destruktiv in ihrer Comfort Zone in Sicherheit zu wiegen.

Es ist so einfach: “wir sind zwar alle Fahrer, Drivers of our own Fate … aber uns steht frei, zu wählen, Teil der Lösung, Teil der Kulisse oder Teil des Problems sein zu wollen”. Wir alle haben es in der Hand!

“Wir müssen wieder unsere Augen öffnen und den Blick heben. Über uns hinauswachsen. Alle anderen auf unserer Reise mitnehmen.
Der Mensch, die Gemeinschaft, das Team muss wieder Nukleus unseres Denkens werden. Mit allen Konsequenzen. Ein großes Ziel, eine distinktive Vision – bigger-than-life und größer als jede/r Einzelne von uns – muss wieder Sinn und Zweck unseres Handelns sein.”

In diesem Sinne!

Great Drivers Lead by Example!
#greatdrive
#humansolutions
#talkingtacheles
#stopmakingsense

Jetzt Blog-Updates via eMail abonnieren!

One thought on “Der finale Guide zur SUVdiotie oder: The Walking Dead in Their Self-Driving Cars – #greatdrive

  1. Pingback: Meine @Wiwo-Kolumne “Berühmte letzte Worte: Warum Tesla den Automarkt gezielt zerstört” – 18. Juni 2014, revisited – Innovation & Value Creation – by ralf schwartz

Comments are closed.