Das Auto wird die neue Kohle, falls Branche und Politik nicht bald handeln – leadculture-Reblog

660 Worte | Dieser Post erschien zuerst in meinem leadculture-Blog.

Das Auto ist längst die neue Zigarette. Denn daheim da sterben die Leut’ an ihm. Nun transzendiert es langsam zur Kohle. Dabei könnte alles so einfach und zukunftweisend sein, wüchse man über sich hinaus und würde ein wenig größer denken.

Die Älteren unter uns werden sich an die Historie der Kohle in den letzten Jahrzehnten erinnern – die natürlich eine Geschichte voller Missverständnisse ist – und die frappierenden Parallelen bemerken: Sie verdunkelte unsere Umwelt, wo sie nur konnte, sie gefährdete unsere Gesundheit, jedoch allein zu unserem Besten. Sie war – neben der Energie insgesamt, dem Öl, den Verlagen, … – das Paradebeispiel einer sterbenden Industrie, die sich aus Angst vor dem Tode zum Selbstmord auf Raten durchringt.

Die Kohle verneinte jahrzehntelang ihren eigenen Niedergang. Sie drohte mit Arbeitslosigkeit nie gekannten Ausmaßes, würde man sie nicht weiter fördern – dabei war sie nur um sich selbst und ihre Boni besorgt. Ihr fehlten Weitblick und  Zivilcourage, zu erkennen, dass ihre Zeit gekommen war. Die Politik wurde zum willfährigen Helfer bei der Verhinderung jeglicher Zukunft für die Menschen. Fürchtete sie doch allein um ihre eigene.

Wäre die Kohle schlau gewesen, hätte sie lange vor dem beginnenden und sich beschleunigenden Niedergang verstanden, was – und wem – die Stunde schlug. Aber Kohle ist nicht schlau. An gleicher Klippe steht heute die Autoindustrie.

Diesel- und Abgasskandale, Verbrauchs- und Effizienzklassenschummeleien sind hausgemacht. Der Skandal ist längst ein Skandal der CEOs, Berliner Minister und Kanzlerin, sowie Shareholder, die sich alle unter einem Quilt (oder besser Guilt) aus Arbeitsplatzlügen vor der Realität verstecken. Ohne Berlin/Brüssels gesetzgebende Kraft sind lebensbedrohliche Scherze wie Effizienzklassen, NEFZ/Spritverbrauch, Schadstoffbelastung unmöglich.

Gleichzeitig herrschen Selbstbetrug (“Nichts deutet auf den Tod des Diesel hin” – FAZ) und Selbstbedienung (“Ex-VW-Boss: 3.100 Euro Tagesrente(!)” – AMS) krassesten Ausmaßes (“… nach verheerenden Messungen zum Schadstoffausstoß von Dieselautos …”). Die können echt froh sein, dass ich keinen Lungenkrebs, sondern ‘nur’ Lymphdrüsenkrebs habe. Sonst stünde ich schon in Wolfsburg, Stuttgart, München vor der Türe. Die Branche ist inzwischen derart am Boden, dass sich Kabarettisten ihrer annehmen müssen.

Warum nicht endlich ehrlich vorangehen, wie ich schon unter “Ist Daimler das neue ‘Umparken …’? Zetsche der neue Musk oder gar Manrique?” schrieb? Warum nicht endlich e-Autos bauen, die den Namen verdienen – statt nur Alibi-Schimären? Warum nicht kreativ die Zukunft umarmen, zB mit den EONs dieser Welt zu sprechen, und den Regierungsfuhrparks, um die e-Autos auf die Straße zu bringen.

Warum nicht endlich aufhören mit der Arbeitsplatzlüge? Denn welche Arbeitsplätze sind gefährdet? Die, die nach China abwandern, weil die Industrie nicht schnell genug bei eCar und Autonomous Driving ist? Oder die Arbeitsplätze, die sowieso in der Ära Künstlicher Intelligenz, Automatisierung und Roboterisierung auf der Strecke bleiben? Was doch längst in die Effizienzprogramme eingepreist ist. Die Arbeitsplatzdrohung verfängt nicht mehr lange. Macht Euch lieber Gedanken, den Mitarbeitern eine neue Heimat in einem zukunftsfähigen Konzern zu geben – damit Ihr nicht tatsächlich den Weg der Kohle geht.

Es wäre so simpel – und gleichzeitig so disruptiv -, würde man meine Inspiration aus obigem Post spielerisch in Betracht ziehen:

Was wir dringend brauchen, ist ein neuer Manrique: “1968 kehrte er endgültig nach Lanzarote zurück und entschloss sich, seine Heimatinsel in einen der schönsten Plätze der Welt zu verwandeln“. …

Es kann doch nicht Lebensziel sein, einen Autokonzern ein paar Jahre zu leiten. Man will doch mehr! Seinem Leben einen wahren Sinn geben. Die Welt zum Besseren wenden. Die Menschen nicht länger belügen. Sie gesünder, nicht kranker machen. Sie länger und glücklicher leben lassen. Stadt und Land entgiften. Entschlacken. Gärten und Aussichtsplattformen schaffen, nicht Parkplätze. Straßen und Verkehrswege verschlanken. Bäume und Bänke pflanzen. Orte der Begegnung schaffen. Des Miteinanders. Seine “Heimatinsel in einen der schönsten Plätze der Welt verwandeln”.

Es wird Zeit, die Autostädte (liebe VWs, nicht soviel Selbstverliebtheit) des Blechs wieder in Mobilitätsstädte, -räume und -träume der Menschen zu verwandeln.

Mobilität ist nichts anderes als ‘Menschen zusammenzubringen’.

“Ist Daimler das neue ‘Umparken …’?” hatte ich dort geschrieben, und “Zetsche … der neue Manrique?”, da ich ihm momentan am ehesten zutraue, das Steuer rum- oder gar raus zu reißen. Was kann ich noch tun!? ;) Grow-Up!

In diesem Sinne!
Great Drivers Lead by Example!
#greatdrive
#humansolutions

#stopmakingsense

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